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Gebäudereinigung Kosten: Preis pro m² nachgerechnet

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Hände in gelben Handschuhen führen eine Bodenreinigungsmaschine durch ein Büro, im Hintergrund Schreibtische und Pflanzen
Hände in gelben Handschuhen führen eine Bodenreinigungsmaschine durch ein Büro, im Hintergrund Schreibtische und Pflanzen

Wer Angebote für die Gebäudereinigung vergleicht, findet im Netz Preise zwischen 20 Cent und 30 Euro pro Quadratmeter. Beide Zahlen können stimmen, sie meinen nur nicht dasselbe. Dieser Beitrag rechnet von unten vor, wie ein Preis in der Unterhaltsreinigung entsteht, und macht Angebote damit vergleichbar.

Drei Abrechnungsarten, die gern verwechselt werden

  • Pro Stunde: Der Anbieter nennt einen Stundenverrechnungssatz. Gut bei unregelmäßigen Arbeiten, etwa nach einem Umzug.
  • Pro Quadratmeter je Reinigungsgang: Der Preis gilt für einen einzelnen Einsatz. Diese Zahl ist klein, oft im Centbereich.
  • Monatspauschale: Alle Einsätze eines Monats zusammen, häufig ebenfalls auf den Quadratmeter umgerechnet. Diese Zahl ist deutlich größer.

Genau hier entsteht das Missverständnis. Ein Preis von 0,12 Euro pro Quadratmeter je Einsatz und einer von 1,05 Euro pro Quadratmeter im Monat können dieselbe Leistung beschreiben, wenn zweimal pro Woche gereinigt wird. Fragen Sie deshalb bei jedem Angebot nach, worauf sich die Angabe bezieht.

Der Stundensatz: Was wirklich darin steckt

Die Kostenbasis ist der Tariflohn. In der Unterhaltsreinigung gilt seit dem 1. Januar 2026 ein allgemeinverbindlicher Branchenmindestlohn von 15,00 Euro pro Stunde, Einzelheiten dazu stehen in unserem Beitrag zum Tariflohn in der Gebäudereinigung. Dieser Lohn ist aber nur der Anfang.

SchrittKosten je Stunde
Tariflohn Lohngruppe 1, Stand 202615,00 €
plus Arbeitgeberanteil, rund 21 %18,15 €
plus bezahlte Ausfallzeitenrund 22,60 €

Der Arbeitgeberanteil setzt sich 2026 zusammen aus 7,3 Prozent Krankenversicherung plus der Hälfte des Zusatzbeitrags, 9,3 Prozent Rentenversicherung, 1,3 Prozent Arbeitslosenversicherung, 1,8 Prozent Pflegeversicherung und 0,15 Prozent Insolvenzgeldumlage. Dazu kommen Umlagen für Lohnfortzahlung und der Beitrag zur Berufsgenossenschaft, die je nach Krankenkasse und Gefahrtarif unterschiedlich ausfallen.

Der dritte Schritt wird oft übersehen: Bezahlt werden auch Tage, an denen niemand im Objekt steht. Bei 39 Wochenstunden sind das rechnerisch rund 2.030 bezahlte Stunden im Jahr, von denen nach 30 Urlaubstagen, Feiertagen und einem üblichen Krankenstand etwa 1.630 Stunden tatsächlich im Objekt geleistet werden. Das hebt die Lohnkosten je geleisteter Stunde um rund ein Viertel.

Auf diese rund 22,60 Euro kommen noch Material, Maschinen, Fahrzeuge, Objektleitung, Versicherungen, Verwaltung und der Gewinn. So landen marktübliche Stundenverrechnungssätze bei etwa 25 bis 35 Euro netto. Wer deutlich darunter anbietet, spart an einer dieser Stellen, oder er zahlt seinen Leuten weniger als den Mindestlohn.

Leistungswerte: der zweite Hebel

Die zweite Größe ist die Fläche, die eine Reinigungskraft in einer Stunde schafft. Diese Leistungswerte unterscheiden sich stark nach Raumart:

FlächeRichtwert pro Stunde
Büroräume, leicht möbliert250 bis 350 m²
Flure und Verkehrsflächen300 bis 500 m²
Treppenhäuser80 bis 120 m²
Sanitärräume40 bis 80 m²

Die Werte sind Richtwerte, verschiedene Quellen nennen etwas andere Spannen. Für stark möblierte Büros werden zum Beispiel auch 150 bis 250 Quadratmeter genannt. Entscheidend ist, dass der Unterschied zwischen Sanitär und Flur den Faktor fünf erreicht. Ein Angebot, das alle Flächen über einen Kamm schert, ist deshalb selten genau.

Beispielrechnung für ein Büro

Angenommen, ein Büro hat 400 Quadratmeter und wird zweimal pro Woche gereinigt, also rund 8,7 Mal im Monat:

GrößeWert
Fläche geteilt durch Leistungswert400 m² ÷ 250 m²/h = 1,6 h
Stundensatz (Annahme)30,00 € netto
Preis je Einsatzrund 48 €
Preis pro Monatrund 420 €
Umgerechnet pro m² je Einsatzrund 0,12 €
Umgerechnet pro m² im Monatrund 1,05 €

Das ist eine Modellrechnung mit einem marktüblichen Stundensatz, kein Angebot. Sie zeigt aber, wie aus zwei Zahlen, nämlich Leistungswert und Stundensatz, jeder Quadratmeterpreis entsteht. Die Formel dahinter ist simpel: Fläche geteilt durch Leistungswert, mal Stundensatz, mal Anzahl der Einsätze.

Was den Preis nach oben oder unten bewegt

  • Turnus: Häufigere Reinigung kostet im Monat mehr, je Einsatz aber weniger, weil sich weniger Schmutz ansammelt.
  • Möblierung und Zuschnitt: Viele Einzelbüros, enge Möblierung und Stühle mit Rollen senken den Leistungswert.
  • Bodenbelag: Textil, Naturstein und Sicherheitsbeläge brauchen unterschiedliche Verfahren und Zeiten.
  • Sanitäranteil: Der teuerste Quadratmeter im Gebäude, weil dort Handarbeit und Hygieneanforderungen zusammenkommen.
  • Zugang und Zeitfenster: Arbeiten vor 6 Uhr, nach 22 Uhr oder am Wochenende lösen tarifliche Zuschläge aus.
  • Sonderleistungen: Glasflächen, Teppichreinigung oder Grundreinigung werden getrennt kalkuliert, nicht über den Turnuspreis.

Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen

  1. Leistungsverzeichnis statt Pauschalsatz. Darin steht, welche Fläche wie oft und mit welchen Arbeiten gereinigt wird.
  2. Angegebener Bezug. Preis je Einsatz, je Monat oder je Stunde, eindeutig benannt.
  3. Nachvollziehbare Stundenzahl. Aus Fläche und Leistungswert lässt sich prüfen, ob die eingeplante Zeit realistisch ist.
  4. Getrennt ausgewiesene Sonderleistungen. Glas, Grundreinigung und Winterdienst gehören nicht in den Turnuspreis.
  5. Aussage zum Tarif. Wer den Branchenmindestlohn einhält, kann das auf Nachfrage belegen.

Ein Angebot, das nur aus einer Monatssumme besteht, lässt sich mit keinem zweiten vergleichen. Erst die Aufteilung macht Unterschiede sichtbar.

Angebot für Ihr Objekt

Der tatsächliche Preis hängt am Objekt: Flächenarten, Turnus, Beläge, Zeitfenster. Deshalb entsteht er erst nach einer Besichtigung. Wenn Sie eine Einschätzung für Ihr Gebäude möchten, melden Sie sich gern über das Kontaktformular oder telefonisch. Näheres zu den einzelnen Bereichen steht auf den Seiten zur Unterhaltsreinigung, Büroreinigung, Treppenhausreinigung und Glasreinigung.

Häufige Fragen

Was kostet Büroreinigung pro Quadratmeter? Je Reinigungsgang liegen die Beträge im Centbereich, in der Modellrechnung oben sind es rund 12 Cent. Auf den Monat gerechnet wird daraus rund ein Euro pro Quadratmeter, weil mehrmals pro Woche gereinigt wird. Angaben ohne diesen Bezug sagen wenig aus.

Was kostet eine Reinigungsfirma pro Stunde? Marktüblich sind etwa 25 bis 35 Euro netto. Darin stecken Lohn, Arbeitgeberanteile, bezahlte Ausfallzeiten, Material, Maschinen, Organisation und Gewinn. Der reine Tariflohn von 15,00 Euro ist nur gut die Hälfte davon.

Ist Abrechnung nach Stunden oder nach Fläche besser? Bei regelmäßiger Unterhaltsreinigung ist die Fläche mit festem Turnus üblich, weil das Ergebnis zählt und nicht die Anwesenheit. Bei unregelmäßigen Arbeiten wie einer Reinigung nach dem Umzug ist die Stundenabrechnung fairer, weil sich der Aufwand vorher schlecht schätzen lässt.

Können Mieter mit den Kosten belastet werden? Gebäudereinigung gehört zu den Betriebskosten nach § 2 Nr. 9 Betriebskostenverordnung. Umgelegt werden darf sie, wenn der Mietvertrag das vorsieht und die Kosten angemessen sind. Für Treppenhäuser haben wir das im Beitrag zur Treppenhausreinigung ausführlicher beschrieben.

Quellen

Stand dieses Beitrags: September 2026. Die Rechenbeispiele sind Modellrechnungen zur Orientierung, keine Preiszusage.

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